Hausnummer
'5' an einer Mauer
Eine Hausnummer
ist die Bezeichnung, die ein bestimmtes Gebäude in einer Straße eindeutig identifiziert und dient der Referenzierung. In Deutschland wie in Österreich werden die Hausnummern amtlich vergeben.
Es gibt verschiedene
Hausnummersysteme:
|
Graz, Merangasse |
Graz, Jungferngasse |
Graz, Elisabethstraße |
Graz, Klosterwiesgasse |
Die Elisabethstraße und die Klosterwiesgasse führen
Richtung Zentrum Graz, die Merangasse und die Jungferngasse
führen nicht ins Zentrum. Manche Hausbesitzer haben die ursprünglich grauen
Tafeln (Klosterwiesgasse) gefärbelt, so dass nicht immer der Originalfarbton zu
sehen ist.
Straßenschild
in Mannheim.
In vielen Fällen gehört
zu einer Hausnummer noch ein Groß- oder Kleinbuchstabe als Zusatz. Dies wird nach Grundstücksteilungen,
wenn ein neues Haus zwischen zwei aneinander anschließenden Nummern oder aber
dahinter gebaut wird, vorgenommen. Zum Beispiel: Zwischen der Hausnummer 3 und
der Hausnummer 5 gibt es keine freie ungerade Zahl. Deshalb bekommt das neue
Haus die Nummer 3a. Früher wurde statt einen Buchstaben
auch eine Bruchzahl verwendet. Statt 3a vergab man die Nummer 3 1/2.
Noch heute hat ein Ortsteil der Gemeinde Jachenau nur Bruchteilhausnummern. Ebenso kann
es bei Grundstückszusammenlegungen zu Zusammenfassungen der Hausnummern kommen.
Diese werden dann durch einen Bindestrich zusammengesetzt (z.B. Mariahilfer
Straße 38-48).
Bei Wohnanlagen oder größeren
Gebäuden können noch Zusätze wie Aufgangnummer, Treppenhausnummer, Stiegennummer oder Türnummer dazukommen, die dann durch einen
Schrägstrich getrennt sind, um die Adresse noch detaillierter anzugeben.
Verwirrend kann es
werden, wenn ein Straßenzug die Grenze zwischen zwei Ortschaften ist und dabei
ein und die selbe Straße auf der linken Seite anders
heißt als auf der rechten Seite und damit auch eine separate Nummerierung
aufweist.
Die statistische
Verteilung von Hausnummern folgt dem Benfordschen Gesetz.
Während in den
deutschsprachigen Ländern die Hausnummer direkt nach dem Straßennamen angegeben
wird, wird in anderen Ländern, die Hausnummer vor dem Straßennamen angegeben.
Häufig wird die
Hausnummer nur auf einfachen einheitlichen Emailleschildern an der Hauswand oder am
Gartenzaun angegeben. Regional findet man auch die Hausnummern auf Fliesen in der Wand eingelassen oder anders
künstlerisch aus Schmiedeeisen dargestellt.
Die Diskussion um die
Einführung von Hausnummern beginnt in Wien 1753 und wurde mit einer Volkszählung
unter dem Stichwort "Seelenkonskription" 1769 auf die ganze Monarchie
übertragen. Unter anderem wies die Kaiserin Maria Theresia 1770
den Wiener Bürgermeister an, die Nummern an den Häusern
bey Strafe von 9 Gulden kenntlich zu machen. Die Nummern wurden direkt mit
schwarzer oder roter Farbe auf die Hauswände gemalt. In Wien wurde das System
von der Konskriptions- auf die Orientierungnummerierung 1862
umgestellt. Allerdings wurden die alten Nummern weiter im Grundbuch als Einlagezahlen verwendet.
4711-Logo
und Hausnummer
Premierminister
Blair und US-Vizepräsident Cheney vor Downing Street No. 10 (2002)
Die wohl berühmteste
Hausnummer Deutschlands ist 4711 in Köln in der Glockengasse. Eine weitere bekannte
Hausnummer in Köln ist die des Kölner Doms. Regelmäßig fällt das kleine blaue
Emailleschild mit der Adresse Domkloster 4 Souvenirjägern zum Opfer. Der
Dom erhielt bei der Nummeriereung 1794 die kuriose Nummer 2583 1/2. Der
Zusatz 1/2 kennzeichnete lediglich ein Grundstück mit einem öffentlichen
Gebäude, für das keine Steuern zu entrichten waren. Dies spielte für die
Domgeistlichkeit eine wichtige Rolle. Die im Nordturm gelegene winzige
Küsterwohnung hatte die volle Hausnummer 2583 und war somit
steuerpflichtig. Die riesige Kathedrale wurde lediglich als dessen Anhängsel
betrachtet und hatte deshalb nur die halbe Hausnummer. 1811
wurden die unpraktischen langen Hausnummern in Köln abgeschafft und durch das
heutige System ersetzt.
Die Hausnummer Downing Street No. 10 in London zählt zu den weltweit bekanntesten. Durchgehend seit 1902
findet man unter dieser Adresse den Wohnsitz des First Lord of the Treasury,
der im allgemeinen zugleich der britische
Premierminister ist. Ursprünglich trug das Gebäude die Nummer 5.
Das Weiße Haus hat die Hausnummer 1600 in der Pennsylvania Avenue.
Die Adresse 1600 Pennsylvania Avenue wird auch als Synonym für das Weiße
Haus gebraucht.
Seine Berühmtheit hat
die Getreidegasse 9
in Salzburg dem Komponisten Wolfgang Amadeus
Mozart zu verdanken, welcher am 27. Januar 1756
hier im sogenannten Hagenauer Haus geboren wurde. In diesem Gebäude
wurde 1880 ein Mozart-Museum eingerichtet.
Der fiktive Wohnort von
Sherlock Holmes. Die Hausnummer war zu der Zeit
als die Romane geschrieben wurden nicht existent, heute hingegen gibt es diese
Hausnummer in der Baker Street in London, sie beherbergt ein Museum.
Goldene Hausnummer,
Hausname, Hauszeichen
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Straßenschild
Straßenschild mit
Namenserläuterung und Hausnummernhinweis
Straßenschild Elsenbrücke
in Berlin
Ein Straßenschild (nach der § 42 StVO :
"Straßennamensschild") zeigt den Namen einer Straße an, zum
Beispiel Milchstraße (in Hamburg) oder Malschweg (in Berlin-Spandau)
wie im Bild. Sie werden an Kreuzungen
oder Einmündungen an Hauswänden oder frei stehenden Masten angebracht.
Sie sind regional unterschiedlich, es gibt in
Deutschland unter anderem folgende Typen:
rote und blaue
Straßenschilder in Mainz
In der Mainzer Innenstadt gibt es seit 1853
Straßenschilder mit blauem oder rotem Untergrund (mit weißer Schrift). Straßen
mit blauem Schild laufen parallel zum Rhein, die mit rotem Schild senkrecht
dazu. Die Anregung dazu gab bereits 1849 Dr. Josef Anschel
durch einen Antrag auf Umänderung der Häusernummern. Außerdem steigen
die Hausnummern in den Straßen mit roten Schildern mit der Nähe zum Rhein. In
den Strassen mit blauen Schildern steigen die Hausnummern mit der Flussrichtung
des Rhein.
Mit München verbindet man neben vielem anderen
auch die berühmten Emailtafeln mit weißer Schrift auf blauem Grund. Diese
hielten schon früh Einzug, vermutlich bereits Anfang des 20. Jahrhunderts und
wiesen seitdem mehrere gestalterische Typen auf.
Zeichen 310-50 StVO
Ein Ortsschild (Zeichen 310 der StVO ) steht unmittelbar am
Ortseingang und zeigt den Namen des Ortes an, zum Beispiel Wilster.
Ortsschilder haben eine schwarze Beschriftung auf gelbem Grund und die Masten
sind meist zwischen 1m und 2m hoch.
In Italien sind die Straßenschilder vieler Orte weiß mit
schwarzer Inschrift und dünnem blauem Rand.
Wiener Straßenschild mit
Bezirksangabe
In Österreich
gibt es zahlreiche Varianten von Straßenschildern. In Wien war das System der Straßenschilder
sehr durchdacht. Seit 1862 werden die Straßen benannt. Davor hatte man die
Häuser einfach durchnummeriert. Die Schilder zeigen die Nummer des Bezirkes und
den Namen der Gasse. Die Schilder der Straßen, die vom Zentrum hinaus führten,
waren eckig, die der anderen Gassen rund. Die Schilder im 1. Wiener
Gemeindebezirk waren generell eckig. Die Inschrift war schwarz. Die Ränder
hatten verschieden Farben.
Nach den Eingemeindungen 1890 und 1892 erhielten
die neuen Bezirke 10 bis 19 Schilder mit rotem Rand. Die Hausnummern
waren nach dem gleichen Schema aufgebaut. Von 1920 bis 1923 hatten alle
Schilder einen roten Rand, Schilder von Plätzen hatten rote Schrift, jene von
Straßen schwarze Schrift. Seit 1923 sind die Schilder blau mit weißer Inschrift
und statt Fraktur verwendet man Antiqua. Zwischen 1926 und 1945 versuchte man
es noch einmal mit eckigen und runden Tafeln, im Grunde genommen sehen die
Schilder noch heute ähnlich aus wie 1923. Seit den 80er-Jahren werden an alten
Ensembles wieder vermehrt alte Tafeln nach der Richtlinie von 1863 angebracht,
manche davon sind dilettantisch, unter anderem findet sich auf ihnen eine
falsche Schreibung des Fraktur-s.
In Polen gab es bereits Anfang des 19.
Jahrhunderts Straßenschilder in großen Städten. (Von Johann Gottfried Seume für 1802 bezeugt)
Straßenschilder in den USA
In Nordamerika
und Australien
tragen Straßenschilder weiße Schrift auf grünem Grund.
